13.09.17Berlin

"Allein mit dem Lastenfahrrad funktioniert der Wirtschaftsverkehr nicht"

UVB-Hauptgeschäftsführer Christian Amsinck über das geplante Mobilitätsgesetz von Verkehrssenatorin Regine Günther

Herr Amsinck, warum kritisieren Sie das Mobilitätsgesetz von Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther?

Es bedeutet in seiner jetzigen Form eine einseitige Festlegung zugunsten des Radverkehrs. Mit einem solchen Gesetz würde die Koalition vorzeitig Fakten schaffen. Wir brauchen aber ein umfassendes Gesamtkonzept für die Mobilität, das alle Verkehrsträger und damit die Wirtschaft stärkt.

Ist es nicht sinnvoll, in den Fahrradverkehr zu investieren?

Sicher. Aber das ist zu kurz gedacht. Auf einen funktionierenden Verkehr sind immer mehr Menschen und Firmen in unserer Region angewiesen: Industrieunternehmen, Supermärkte, Handwerker, Paketdienste, Pflege-Dienstleister, Baubetriebe auf dem Weg zu ihren Baustellen und viele mehr. Die Stadt wächst, ebenso Wirtschaft und Beschäftigung. Dem muss die Koalition Rechnung tragen.

Was bedeutet das konkret?

Der Wirtschaftsverkehr kommt im Gesetzentwurf von Frau Günther nur am Rande vor – entgegen den ursprünglichen Ankündigungen. Dabei ist er die Grundlage für eine wachsende Stadt wie Berlin. Er muss einen zentralen Platz in einem Mobilitätsgesetz bekommen, ähnlich dem öffentlichen Verkehr. Allein mit dem Lastenfahrrad wird der Wirtschaftsverkehr nicht funktionieren.

Setzt die Wirtschaft damit nicht auf überholte Konzepte?

Im Gegenteil. Wir machen uns seit Jahren stark für mehr Elektromobilität, für dichtere Takte und einen Ausbau der Strecken im öffentlichen Nahverkehr, für digitale Innovationen, die den Verkehr umweltfreundlicher machen, für neue Ideen in der City-Logistik und vieles mehr. Das Bedürfnis nach Mobilität kann man nicht wegregulieren, sondern muss die nötigen Rahmenbedingungen dafür schaffen.

Dipl.-Volksw. Christian Amsinck - © UVB / Annette Koroll
Christian Amsinck ist Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB).

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